LeseMaus im Buecherhaus

Gelungener Serial-Auftakt mit viel Potenzial für die Zukunft

Unerwünscht: Bd. 1 der Serie fünfzehn - Sylvia M. Dölger
Der erste Satz: „Boah, stank Ben aus dem Mund.“

Das Äußere: Das Cover zeigt im Pop-Art-Stil drei Jugendliche, zwei Mädchen und einen Jungen, die den Betrachter anblicken. Ein Logo, gestaltet aus den Vornamen der drei Hauptprotagonisten, dient als Markenzeichen dafür, das Serial auch in Zukunft auf Anhieb wiederzuerkennen. Ein schönes, neutrales Cover, es passt gut zum E-Book.

Das Innere: Ally ist eine typische 15-jährige und lebt mit ihrer Mutter und zwei kleinen Geschwistern zusammen. Mit ihren beiden besten Freunden Isi und Mic versteht sich Ally blendend. Außerdem ist sie frisch verliebt in Greg, den amerikanischen Austauschschüler. Sie könnte also ein ganz normales Leben führen, wenn nicht etwas geschehen wäre, das Allys ganzes Leben auf den Kopf zu stellen droht…

Das Wesentliche: Der Einstieg ins Buch fesselt sofort: Es beginnt mit einer Szene, in der Ally von einem Jungen an ihrer Schule bedrängt wird. Glücklicherweise stellt sich dies nur als nächtlicher Albtraum heraus, und Ally startet in einen (fast) normalen Schultag. Hier kann man Ally erst einmal begleiten und ihre Freunde Isi und Mic und ihre noch recht frische Liebe Greg, den amerikanischen Austauschschüler, kennen lernen.

Und der Leser wird direkt mit Allys schwerwiegendem Problem konfrontiert: ihre Periode ist ausgeblieben. Das junge Mädchen ist dementsprechend einem ziemlichen Wechselbad der Gefühle ausgesetzt, dessen Schilderung von der Autorin sehr gut umgesetzt wurde. Isi ist Allys Vertraute in dieser Situation, die sie auch bitter nötig hat, denn die Beziehung zwischen Ally und ihrer Mutter scheint nicht unbedingt von Vertrauen und Offenheit geprägt zu sein. Aber auch Isi scheint eine Art Geheimnis zu verbergen, denn auch sie steht ihrer Freundin nicht durchgängig zur Seite. Mit diesen kleinen Andeutungen hat die Autorin einige offene Fäden direkt in den ersten Teil des Serials eingewoben, die sicher im Laufe der Zeit – und im Laufe der weiteren Bücher – wieder aufgegriffen werden.

Auch in diesem Buch habe ich direkt Sylvia M. Dölgers Schreibweise wiedererkannt. Die Autorin legt ein Augenmerk auf kurze und unkomplizierte Sätze, durch die man in meinen Augen als Leser näher an die Geschichte heranrücken kann. Mir erscheinen dadurch die Handlungs- und Denkweisen der Protagonisten lebensnaher und nachvollziehbarer – das mag ich!

Leider ist dieser Teil des Serials mit seinen nur 46 Seiten allzu schnell gelesen. Ein paar Seiten mehr hätten mir gerade am Ende gut gefallen, denn momentan ist der Schluss für meinen Geschmack etwas zu abrupt.

Das Serial „fünfzehn“ soll mehrere Bände umfassen, in denen jeweils ein anderer Protagonist im Vordergrund stehen wird. In Band 2 wird Mic die Hauptrolle spielen – darauf freue ich mich schon, ist er doch als Charakter in diesem Buch noch etwas in den Hintergrund gerückt. Ich bin jedenfalls gespannt auf die nächsten Bücher aus der Reihe und freue mich auf die Schilderung weiterer, sicher ebenso kontroverser Themen aus dem Leben der Jugendlichen.

Das Fazit: Mir hat dieser Teil des Serials „fünfzehn“ gut gefallen. Das E-Book lässt sich leicht und schnell lesen, und durch die typische Schreibweise der Autorin steckt man auch sofort mittendrin in der Geschichte. Der Leser fiebert durchgängig mit Ally mit, nur ein etwas abruptes Ende trübt den Lesegenuss am Schluss ein kleines bisschen. Ansonsten: Top!
 
Die Bewertung: Vier von fünf Sternen
Quelle: http://lesemausimbuecherhaus.blogspot.de/2013/01/rezension-unerwunscht-bd-1-von-sylvia-m.html